Ankauf und Handel mit Zahngold




Was Sie über Zahngold wissen sollten:

Gold, das berühmte gelbe Metall, ist wegen seiner Eigenschaften schon seit den Urzeiten der Menschheit ein sehr begehrtes Edelmetall, welchem auch magische Kräfte angedichtet wurden und wegen dem halbe Kontinente erobert wurden und ganze Zivilisationen der Ausrottung entgegensehen mussten. Eine besondere Wertigkeit wurde mit dem Gold schon immer assoziiert und das liegt wohl in seiner relativen Seltenheit und der Vielseitigkeit verwurzelt. Vielseitig ist Gold schon allein deshalb, weil es sich nicht von allein mit anderen chemischen Substanzen verbindet oder oxidiert. Es reagiert halt „edel“.
Abgesehen vom Bedarf der Elektro- und Halbleiterindustrie, welche das Gold wegen seines geringen Widerstandes als optimalen Stromleiter auch an kritischen Kontaktstellen einsetzt, ist die weltweite Schmuckindustrie wohl einer der Hauptabnehmer aller Goldminen und Goldwiedergewinnungsanlagen. Gold wurde nämlich bereits recycled, als noch niemand von den grünen Umweltfreunden das Recycling auf die Agenda aller Verbraucher setzte.

Es war schon immer billiger und somit auch wesentlich wirtschaftlicher gewesen, eine Menge Gold aus Altgold oder Bruchgold zurückzugewinnen, als einer Goldmine die entsprechende Menge abzuringen.
Diese Goldrecycler nennt man auch Scheideanstalten oder Gold Schmelzereien und sie sind so alt wie die Goldverarbeitung selbst. Heutige Betriebe dieser Art kaufen größere Mengen an Altgold auch von Privatleuten auf, bedienen sich aber vorrangig den gewerblichen Goldaufkäufern, welche kleine Mengen von privat ankaufen und diese in größeren Chargen zusammenstellen.

Die Medizin startete irgendwann vor Jahrhunderten, das weiche und leicht zu verarbeitende Gold auch in ihren Bereichen einzusetzen. Die bekannteste und weitverbreitetste Goldverwendung kennen Bürger von heute aus dem Prothetikbereich der Zahnmedizin. Goldzähne, Inlays und Brücken sowie Stege aus Gold gelten als langlebig und Korrosionfrei, auch im säurehaltigen Anwendungsbereich innerhalb des menschlichen Mundes.
Gold wird also seit Langem als Zahnersatzmaterial eingesetzt und es galt über einige Jahrhunderte als chic und mondän, mindestens einen sichtbaren Goldzahn im Alter vorweisen zu können. Es war damals ein Ausdruck von Wohlstand und erlaubte den Trägern, nach ihrem Zahnverlust, weiterhin weitestgehend problemfrei zu kauen, zu beissen und mit den Zähnen alle erforderlichen Aufgaben auch wieder ausüben zu können.
Reines oder pures Gold ist wegen seiner Weichheit und leichten Verformbarkeit im Reinstzustand nur sehr bedingt im Prothetikbereich einsetzbar. Daher vermischt man das Gold mit anderen Metallen, um es den Aufgaben entsprechend zu optimieren. Solche Goldgemische nennt man Legierungen. Je nach beigefügtem Metall werden die Eigenschaften des Goldes für den jeweiligen Einsatzbereich modifiziert, das Gold erhält dadurch mehr Abriebfestigkeit, Scherfestigkeit oder Elastizität.
Vermengt wird das Gold in einer Legierung nicht nur mit anderen Edelmetallen wie Platin, Kupfer, Palladium und Silber, sondern auch mit beispielsweise solchen Metallen wie: Kobalt, Zinn, Zink, Indium oder Gallium.
Je nach Art und Beschaffenheit der Legierung enthält so genanntes Zahngold bis zu ca. 95% Goldanteil.

 

Man unterscheidet hier im Wesentlichen zwischen den so genannten „gelben“ und „weißen“ Zahnlegierungen. Die Farbe allein sagt aber überhaupt nichts über den Goldgehalt oder Wert des Materials aus. Legierungen mit gelblichen Farben haben in der Regel zwischen 20% und 95% Goldgehalt sowie 0% bis 16% Platin und 0% bis 20% Palladium. Der Silbergehalt kann hier bis 49% betragen.
Die „weißen“ Zahngoldlegierungen enthalten bis zu 84% Gold, können aber auch von silbriger oder gräulicher Farbe sein. Das sehr wertvolle Palladium kann hier in Prozentsätzen bis zu 86% vorkommen, der Platinanteil kann bis zu 20% betragen. Silber ist in Konzentrationen bis 74% beigefügt sein.
Schon eine nur 16%ige Beimengung an anderen Metallen läßt also das gelbliche Gold seine Farbe ändern und somit ist die Farbe allein auch gar kein Kriterium.

Professionelle Aufkäufer dieses „Zahngoldes“ sehen Ihre alten Zahnteile, Brücken, Zahnpfeiler und andere Dentalarbeiten als Rohstoff für Ihr Gewerbe. Sie verfügen über spezielle Analysegeräte (Spektralanalyse etc.), um den jeweiligen Wertstoffgehalt Ihres Materials festzustellen. Üblicherweise erhalten Sie von von einem seriösen Aufkäufer nach der Analyse ein Angebot, welches sich dann auf den Edelmetallanteil Ihres eingelieferten Materials bezieht. Zahngold kann aus so vielen Legierungen bestehen, nur ein Einwiegen oder ein kleiner Oberflächentest mit Testflüssigkeiten ist da mit Sicherheit kein wirklich aussagefähiges Verfahren. Der reale Wert der beigemengten Edelmetalle wird von unseriösen oder schlecht ausgerüsteten Aufkäufern bewusst oder unbewusst dabei oft ignoriert, obwohl deren Marktwert je nach Legierung durchaus ein Mehrfaches des Goldanteils betragen kann.
Erst wenn der Einlieferer dem Angebot des Aufkäufers zustimmt, wird das Material der Wiederaufarbeitung zugeführt. Nach der Reinigung des eingelieferten Materials um Keramikanteile und andere, störende Komponenten wird das Zahngold dann in speziellen Metallscheideöfen gemeinsam mit anderen, geeigneten Einlieferungen zu Barren oder Pellets verarbeitet.


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