Silber und Silberhandel




Silber und Silberhandel: das weiß glänzende Wunder

Das chemische Element Silber ist ein Edelmetall und verfügt über die höchste elektrische und eine enorme thermische Leitfähigkeit, die nur von Diamanten und Supraflüssigkeiten überboten wird. Die einzigen anderen Substanzen, die mit Silber reagieren, sind Schwefel und Schwefel-Derivate. Und Silber korrodiert nicht. Diese Eigenschaften begründen den erfolgreichen Einsatz in Elektrik und Optik. Da es außerdem weich und gut formbar ist, gehört es zu den Münzmetallen. Als Legierung wird Silber meist mit Kupfer vermischt, da dieses die Farbigkeit von Silber nicht beeinflusst. Standards im Silberhandel sind hier zum Beispiel das 999er-Silber und das 925er Sterling-Silber für Schmuck, bei Münzen wird in der Regel 900er und bei Besteck 800er-Silber verwendet.

Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. gewann das Schwermetall wirtschaftliche Bedeutung und viele Verarbeitungsmöglichkeiten werden seitdem entwickelt und ausgeschöpft.
Assyrer, Goten, Griechen, Römer, Ägypter und Germanen verwendeten zum Beispiel Silber zur Herstellung von Schmuck, Waffen oder Geld. Zeitweise war es wertvoller als Gold, und auch heute wird das weiß glänzende Metall oftmals unterschätzt. Die größten Vorkommen befinden sich verteilt über den amerikanischen Kontinent. Nach der Entdeckung der Neuen Welt sank der Handelswert durch das gestiegene Angebot rapide ab. Im Vergleich zu Gold kommt Silber etwa 20mal so häufig vor, in Reinform allerdings seltener. Die größten Silberproduzenten heutzutage sind Peru, Mexiko und Australien. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Silber liegt in China bei 1/70 im Vergleich mit Nordamerika. Gerade in jüngster Zeit kauft China Höchstmengen an Industrie-Metallen auf dem Weltmarkt ein.

Der Silberhandel heute wird vor allem durch die industrielle Nachfrage bestimmt. Der größte Bedarf besteht in den Wirtschaftszweigen Schmuck und Silberwaren, Fotografie, Elektronik und Elektrotechnik. Gemeinsam benötigten diese im Jahr 2007 rund 19500 Tonnen Silber von etwa 25500 Tonnen Gesamtbedarf der Industrie. Bei einer jährlichen Silberförderungsmenge von etwa 20000 Tonnen muss also auch ein Teil des Bedarfs aus der Wiederverwertung zugeführt werden. Und die Nachfrage steigt. In der Industrie findet Silber in vielfältigen Verfahren Anwendung. In der Fotoentwicklung wird unter anderem mit Silbersalzen gearbeitet, hier lässt der Bedarf zwar seit den 90er Jahren aufgrund der digitalen Entwicklung nach, ob die digitale Fotografie die analoge Technik so schnell komplett verdrängt ist aber fragwürdig. Einige zukunftsrelevante Anwendungsbereiche weisen darauf hin, dass die Lücke in der Nachfrage der Fototechnik durch andere Branchen mindestens ausgeglichen wird. Denn die übrigen 6000 Tonnen des industriellen Gesamtverbrauchs von 2007 flossen in Legierungen, Katalysatoren, Solaranlagen, Wasseraufbereitung, Batterien, Spiegel-Reflektionsglas, Plasma-Bildschirme, RFID-Chips, aufgrund seiner Bakterien abweisenden Eigenschaft auch in die Lebensmittelhygiene, die Medizin, die chemische Entgiftung und in Holzschutzmittel. Mit etwa 4% ist der Silberbedarf für Münzen relativ klein. Einige Anleger spekulieren auf neue Silberwährungen, welche die Nachfrage auch hier steigen ließe. Zur Zeit wächst die monetäre Nachfrage. Die Produktion von Schmuck und Silberwaren ist über lange Zeit relativ konstant.

 

Für den langfristigen Anleger ist Silber eine vielversprechende Investition. Kurzfristige Spekulatoren brauchen starke Nerven, wenn sie auf Silber setzen, da die Preise extremen Schwankungen unterliegen. Weil die Vorräte langsam zuneige gehen, werden grundsätzlich sehr positive Prognosen für den Langzeittrend ausgesprochen. Grundsätzlich ist der Rohstoff ausreichend vorhanden und lässt sich auch wiedergewinnen, beispielsweise aus alten Bauteilen oder Fotoabzügen, was unter Umständen aber kostspieliger als die Förderung ist. Ein wichtiger Aspekt im Vergleich zum Gold ist die Tatsache, dass Silber in erster Linie ein Verbrauchsgut ist. Im Silberhandel ist stark auf die Entwicklung des Verbrauchs und der Produktion anderer Metalle zu achten, von denen der Silberwert abhängig ist. Die Historie bezeugt dem weiß glänzenden Metall eine extreme Beständigkeit. Als im 19. Jahrhundert, im Zuge der Stahlentwicklung, das Silber aus vielen traditionellen Anwendungsbereichen verdrängt wurde und außerdem in der Währung vom Gold ersetzt, fiel die Fotografie positiv ins Gewicht. Der technische Bedarf ist hier nicht zu unterschätzen. Dazu kommt, dass für Silber keine Abgeltungssteuer anfällt. Gerade in finanziell instabilen Zeiten setzen viele Anleger auf Edelmetalle.

In der Automobilindustrie ist Silber wegen seiner Leitfähigkeit ein unverzichtbares Gut. In einem PKW sind etwa 40 silberbeschichtete Schalter zu finden.
Vor allem der Einsatz von Silber in Leiterplatten ist vielversprechend für den zukünftigen Silberhandel. Als wichtiger Bestandteil von Flugzeugen, Automotoren, Elektrogeräten, Sicherheitssystemen, Telekommunikationsnetzen, Mobiltelefonen und Fernsehempfängern kann hier mit wachsendem Bedarf gerechnet werden. Trotz verwendeter Kleinstmengen kommen durch die Massenproduktion einige hundert Tonnen Bedarf zusammen. Die gesteigerte Silber-Nachfrage gilt insbesondere auch für RFID-Chips, die in den kommenden Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten produziert werden.


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